Oktober 2017 // Ehemaliges Zwangsarbeiterlager in Neuaubing in der Ehrenbürgstraße: Gedenken und kreatives Gestalten an einem Ort ermöglichen.

Am 15. Oktober besuchte unsere Stadträtin Sonja Haider die offenen Ateliers der Künstlergemeinschaft auf dem ehemaligen Zwangsarbeiterlagergelände in Neuabing Ehrenbürgstraße und konnte sich ein eigenes Bild über die Situation vor Ort machen.

„Toll, was die Künstler hier alles erreicht haben – ihnen haben wir nämlich die Tatsache zu verdanken, dass das Gelände überhaupt unter Denkmalschutz steht und es nicht total zerfallen ist. Ich denke das sollte unbedingt bei den weiteren Sanierungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen berücksichtigt werden.“ so Sonja Haider, die auch im BA21 Pasing/Obermenzing für die ÖDP sitzt, und fügt hinzu „Die Zukunft des Geländes ist noch ungewiss, die Vergangenheit noch nicht ausreichend bekannt und wird erforscht – genau deshalb ist es natürlich auch unbedingt notwendig, dass zumindest ein Teil des Geländes wieder als Zwangsarbeiterlager und Gedenkstätte erfahrbar gemacht wird.  Dennoch wünsche ich mir einen lebendigen Erinnerungsort in dem auch die letzten 32 Jahre der Ateliers und Werkstätten ihren Platz haben. Das natürlich ohne die Gräuel, die an dem Ort passiert sind, zu verharmlosen.“

Das ehemalige Ensemble der Zwangsarbeiterlager ist eins von zwei noch vollsändig erhaltenen in Deutschland. In ganz Deutschland gab es 13 Millionen Zwangsarbeiter in 400 Arbeitslagern in der Zeit von 1933 – 1945. Bis vor einigen Jahren hat sich allerdings außer den Künstlern vor Ort niemand wirklich der Neuabinger Baracken angenommen. Die Künstler konnten die Räume günstig mieten, mussten allerdings alles selber in Stand halten und haben sich darüber hinaus auch mit dem Thema Zwangsarbeit beschäftigt und beispielsweise einen Raum als Erinnerungsort eingerichtet sowie auch Zeitzeugen zu Gesprächen eingeladen.

 

„Ich würde mir bei den weiteren Verhandlungen über die Zukunft des Geländes und die Errichtung der Gedenkstätte wünschen,
dass die Künstler auf Augenhöhe mitentscheiden können, denn ihre bisherigen Verdienste und Bemühungen müssen auch berücksichtigt werden,“ resümiert die Stadträtin.

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