14. November 2019 // Sitzt das Tierleid mit am Tisch in der Rathauskantine?

Hühner, die draußen fröhlich im Staub scharren, viel Freiraum haben, munter ihre Körnchen aufpicken und lebhaft vor sich hin gackern. So stellen sich viele die Lebenswirklichkeit der Hennen vor, deren Eier auf unseren Tischen landen. Aber weit gefehlt! Bei Legehennen, die in Bodenhaltung untergebracht sind, leben bis zu neun Tiere eng zusammengepfercht auf einem Quadratmeter Fläche. Oft auf mehreren Etagen übereinander. Die Hühner haben keine Rückzugsorte und dürfen nicht an die frische Luft. Artgerechte Haltung sieht anders aus!
Am 13.11.2019 wurden in der Rathaus-Kantine – trotz dieser fragwürdigen Haltungsmethoden – Eier aus Bodenhaltung (erkennbar an der Kennzahl 2) zur Zubereitung der Speisen verwendet. Und das, obwohl auf der Website und mit großen Aufstellern in der Kantine mit Bio- und Naturland und schönen Image-Bildern geworben wird. Die städtischen Beschäftigten werden bewusst in die Irre geführt – auf dem Rücken der geschundenen Tiere. Unsere Recherchen auf der Website des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. zeigen, wie eng die Hennen zusammengedrängt, bei künstlichem Licht, auf mehreren Etagen hausen müssen. Das ist nicht nur ein Fall von makabren Werbeschwindel, sondern ein krasser Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen und dem Selbstverständnis der Landeshauptstadt München. Sie sollte mit ihren Kantinen mit gutem Beispiel vorangehen und einen wichtigen Beitrag zur artgerechten Haltung und dem Tierschutz leisten. Genau das möchte die ÖDP-Stadtratsgruppe mit ihrer heutigen Anfrage anregen.

Johann Sauerer, ÖDP-Stadtrat: „Die Landeshauptstadt München muss mit ihren Kantinen mit gutem Beispiel vorangehen und beweisen, dass sie auch eine Weltstadt mit einem Herz für Tiere ist! Bodenhaltung ist für Legehennen eine Qual, da sie sich negativ auf die artspezifischen Verhaltensweisen und die Gesundheit der Tiere auswirkt. Es ist ein Riesenskandal, dass das Rathaus dies hinnimmt und Eier aus Bodenhaltung
verwendet. Nachhaltigkeitsziele auf dem Papier bringen uns nicht weiter, man muss sie auch leben: Wir brauchen dringend ein Umdenken – billige Lebensmittel gehen auf Kosten des Tierwohls!“

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