19. November 2019 // Ein bisserl Kohle geht immer?! ÖDP will ambitionierteren Steinkohleausstieg

Ein bisserl Kohle geht immer?! ÖDP will ambitionierteren Steinkohleausstieg

Die gute Nachricht zuerst: Nach sechs Jahren wird endlich eine CO2-optimierte Fahrweise des Heizkraftwerks Nord umgesetzt. Damit wird etwa so viel CO2 eingespart, wie Zweidrittel des Kfz-Verkehrs in München verursachen. Mit 17 Prozent Anteil am CO2-Ausstoß in München, ist das Kohlekraftwerk für so viele Klimagase verantwortlich, wie der ganze Kfz-Verkehr.

Nach langer Diskussion, kam es vor zwei Jahren zum Bürgerentscheid. Für die Mehrheit der Münchner Bevölkerung war klar: Sie wollen „Raus aus der Steinkohle“ – so schnell und so umfassend wie möglich. Die heutige Entscheidung ist daher ein großer Erfolg der vielen tausenden, engagierten Münchnerinnen und Münchnern, die sich für das von der ÖDP initiierte Bürgerbegehren eingesetzt haben.

Die ÖDP meint aber, dass der Stadtrat ruhig mutiger sein könnte und mehr für die Umwelt tun müsste. Natürlich will bei uns niemand, dass die Münchnerinnen und Münchner im Winter frieren müssen. Aber auch dafür gibt es Lösungen: Die theoretische Wärmelücke, die nur entstehen würde, wenn im tiefen Winter ein weiteres Kraftwerk ausfällt, muss geschlossen werden. Als Grundlage für die Berechnungen zu diesem Wärmebedarf haben die Stadtwerke München aber keine realen Klimadaten, sondern Fantasie-Zahlen verwendet. Seit 20 Jahren haben die Tagesmittelwerte nicht mehr Minus 12°C unterschritten; die Kraftwerke fallen in der Regel sehr selten aus. Ein schnellerer Ausstieg aus der Kohleenergie, wie ihn die ÖDP gefordert hat, wäre daher möglich gewesen.

Die Stadtwerke haben aber leider den Ausbau der Geothermiekraftwerke innerhalb Münchens schleifen lassen. Derzeit befinden sich keine weiteren Anlagen mehr in Umsetzung[1]. Wenn der Wille aus der Kohleenergie auszusteigen, tatsächlich da wäre, hätte man hier früher und vor allem intensiver ausbauen müssen. Manchen mögen schöne Floskeln – wie „so schnell wie möglich, so wenig Kohle wie möglich“ – ausreichen. Die ÖDP hätte aber einen konkreteren und ambitionierteren Kohleausstieg bevorzugt. Trotz allem ist heute ein wichtiger Schritt für eine bessere Luft in München getan worden – weitere müssen aber folgen.

Tobias Ruff, ÖDP-Stadtrat findet: „Die Klimadebatte liegt momentan voll im Trend: So sehr, dass sich sogar die großen Drei als Klimaretter und Kohle-Gegner feiern lassen. Als wir vor zwei Jahren das Bürgerbegehren ‚Raus aus der Steinkohle‘ starteten, sah das freilich noch anders aus. Die Münchnerinnen und Münchner haben damals ganz deutlich gesagt, was sie von der Politik und den Stadtwerken erwarten. Die ersten Schritte, die jetzt unternommen werden, sind angesichts der Mammutaufgabe Klimaschutz noch zu zögerlich.“

[1] Gutachten des TÜV Süd vom 7. Oktober 2019, Seite 10.

Pressekontakt ÖDP-Stadtratsgruppe:
0176 956 702 77

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite weiterhin besuchen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Okay