Juli 2018 // Lkw-Abbiegeunfällen vorbeugen - Expertengespräch mit Sonja Haider

Gestern fand auf Einladung der Zeitschrift trans aktuell ein Expertengespräch zum Thema LKW-Abbiegeunfälle und Abbiege-Assistenzsysteme mit unserer Stadträtin Sonja Haider statt.

Hier das Programm und die Referenten

Die Sicht der Politik und auch der Radfahrenden schilderte Sonja Haider in ihrem Beitrag und ging dabei auf folgende Aktionen in München ein: Ghostbikes und Ride of Silence um auf die Gefahren für die schwächeren Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Dieses Engagement, flankiert von zahlreichen ÖDP-Stadtratsanträgen zur Verkehrssicherheit, hat schlussendlich dazu beigetragen, dass Vision Zero endlich in diesem Jahr als Ziel in das Münchner Verkehrssicherheitskonzept aufgenommen wurde! Ein echter ÖDP-Erfolg!

Besonders Engagiert zeigte sich auch Anton Klott von EDEKA Süd, der mangels akzeptabler Alternativen selber ein LKW- Abbiegeassistenzsystem für die 300 LKWs seiner Flotte entwickelt hat und diese nun auch erfolgreich vertreibt und weiterentwickelt.

Die Plane, die auf dem Foto um das Fahrzeug ausgebreitet liegt, wurde von der Firma Bauking entwickelt, um den eigenen Fahrerinnen und Fahrern das Einstellen der Spiegel zu erleichtern und diese auf die Gefahren des Toten Winkels hinzuweisen.

Für Andreas Groh vom ADFC München darf der Tote Winkel allerdings niemals als Ausrede beziehungsweise gar als Entschuldigung für Verkehrunfall-Opfer dienen. Wer auf der Straße fährt, muss ausreichend Sicht haben!

Den persönlichsten Beitrag leistete Anton Schnürer, dessen Tochter im September 2016 von einem abbiegenden LKW getötet wurde. Er setzt sich seitdem für die Verbesserung der Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger ein und war auch Teilnehmer des Ride of Silence 2017. Den Teilnehmenden wurde so deutlich, dass es trotz Zahlen und Statistik immer noch um menschliche Schicksale geht, und zwar nicht nur das der Opfer und der LKW-Fahrer sondern auch um das der Familienangehörigen.

Einig waren sich alle Experten in den Diskussionen, dass eine Lösung nur im „Miteinander“ zu finden ist: Die Technik muss weiter ausgebaut werden, der Gesetzgeber ist gefordert, rasch Verpflichtungen auszusprechen, die Unternehmen müssen sich ebenso für die eigenen Fahrer einsetzen und dem Beispiel von EDEKA Süd folgen sowie alle Verkehrsteilnehmer auch in der Verantwortung stehen, für Sicherheit zu sorgen durch Rücksichtnahme und Einhaltung der Regeln und sogar die Versicherungsbranche kann durch Boni für LKW mit Abbiegeassistenzsystemen einen Beitrag zur Sicherheit auf Deutschlands bzw. Europas Straßen leisten!

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