9. März // (Warum) verkommt der Viktualienmarkt?

Der Viktualienmarkt ist eine Münchner Institution mitten im Herzen der Stadt: ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Potpourri der Farben, Gerüche und Geräusche. Auf dem Viktualienmarkt verkaufen etwa110 Händlerinnen und Händler Obst, Gemüse, Südfrüchte, Fleisch, Wild, Geflügel, Käse, Fisch, Brot- und Backwaren, Gewürze, Blumen und vieles mehr.

Der Viktualienmarkt wird in vielen Reiseführern, Lifestyle-Magazinen und Online-Portalen bewundert und beworben. Auch die Stadt München hat ihn schon früh als für Imagekampagnen und Werbemittel entdeckt. Doch der Viktualienmarkt ist nicht nur eine Attraktion für Touristen und Gourmets: Er ist ein funktionierender, ständiger Lebensmittelmarkt – oder sollte es zumindest sein.

Medienberichten zufolge machen sich nämlich in der „Guten Stube Münchens“ statt des regen Markttreibens seit einiger Zeit Ödnis, Leere und trostlose Stillebreit. In den letzten Monaten haben immer mehr Stände am Viktualienmarkt schließen müssen: Vier feste Läden stehen seit Monaten leer, zehn Standplätze seien nicht neuvergeben worden, als die Betreiber aufgehört haben.

Bei den Marktleuten macht sich Unzufriedenheit breit: Die Stadt hat den Viktualienmarkt total verkommen lassen, finden viele. Die ÖDP-Stadtratsgruppe hakt jetzt nach: Auch, wenn in der nahen Zukunft Sanierungsmaßnahmen anstehen, hätte die Stadt frühzeitig für Zwischennutzungen und anderweitige Lösungen sorgen können. Schließlich entgehen durch die Untätigkeit des Kommunalreferates der Stadt Mieteinnahmen,  Standplätze werden vergeudet und, was am schlimmsten ist, Marktleute verprellt.

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer:

„Es reicht nicht, sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen – auch, wenn es dieses Gewürz sicher am Viktualienmarkt zu kaufen gibt. Es ist eine Schande, wie das Kommunalreferat mit den Marktleuten umgeht. Wir brauchen kreative Lösungen, um den Viktualienmarkt langfristig lebendig und florierend zu erhalten. Schließlich wollen wir die regionale Wirtschaft und Lebensmittelmärkte in der Stadt fördern. Mit bloßen Lippenbekenntnissen ist es da nicht getan.“

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