4. Dezember 2019 // Sauerei an der LMU: Macht Tierleid Schule?

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München zählt zu den renommiertesten und traditionsreichsten Universitäten Europas. Sie rühmt sich mit weltweit führenden Einrichtungen in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung. Offiziellen Zahlen zufolge sind hier 50 918 Studierende eingeschrieben. Oft und gerne schmückt sich auch die Landeshauptstadt München mit dieser Exzellenz-Universität und sieht sich als Top-Wissenschaftsstandort.

Soweit zu Anspruch und schöner Reklame – die Realität sieht leider anders aus. Laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung wird an der Ludwig-Maximilians-Universität massiv gegen das Tierwohl verstoßen. Die Bedingungen für die Schweine im Lehr- und Versuchsgut der Universität in Oberschleißheim werden als erbärmlich und nicht artgerecht beschrieben. Mutterschweine werden wochenlang in Gitterkästen gesperrt, in denen sie sich weder hinlegen noch umdrehen können. Die vorgeschriebene Größe eines Standes beträgt 200 cm × 65 cm für Jungsauen (bis nach dem ersten Abferkeln), Altsauen werden 5 cm mehr zugestanden. In vielen Ländern ist diese Haltungsform längst verboten. Strengere EU-Gesetze für neue Stelle wurden verabschiedet. Diese gelten aber nicht für das Gut in Oberschleißheim.

Dass eine Elite-Universität sich aber nur den wirtschaftlichen Interessen verpflichtet fühlt und das Tierwohl mit Füßen tritt, ist eine Schande für den ganzen Wissenschaftsstandort – und damit auch für die Landeshauptstadt München. Die ÖDP-Stadtratsgruppe fordert daher Aufklärung, wie die Stadt sich dafür einsetzen kann, dass sich die Zustände vor Ort schleunigst ändern. Wenn die Tiere schon bei der Tierärztlichen Fakultät keine Lobby haben, müssen wir handeln!

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer: „Als ich von den tierunwürdigen Zuständen am Gut der LMU gehört habe, konnte ich es überhaupt nicht fassen. Wie können es die Verantwortlichen hinnehmen, dass die Schweine unter miserablen Bedingungen gehalten – ja gequält werden? Das kann doch nicht zum Selbstverständnis und zum Anspruch einer Elite-Uni passen! Ich bin sehr dankbar, für die Hinweise der Studierendenden. Jetzt müssen wir gemeinsam handeln, um zu zeigen, dass Tierquälerei bei uns keinen Platz hat!“

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