29. Juni // Lebensqualität retten – Bebauungspläne stoppen

München bekommt einen weiteren Monat Sommer, verkündeten der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das städtische Referat für Umwelt und Gesundheit (RGU) vergangene Woche. Mehr Sonne, mehr laue Sommernächte an der Isar, mehr Urlaubsflair in der nördlichsten Stadt Italiens – aber leider auch mehr vertrocknete Wiesen, mehr überhitzte Innenstadtviertel und immer mehr Hitzetote.

Der Klimawandel hat München fest im Griff: Die Stadtklimasimulationen des DWD zeigen, dass sich im ungünstigen Fall die Anzahl der Sommertage verdoppeln wird. Die Folgen des Klimawandels sind schon jetzt dramatisch. Laut dem Bericht des Klimamonitorings der Bundesregierung sind in Folge der Hitzewelle 2003 rund 7500 Menschen vorzeitig gestorben, 2006 und 2015 hatten heiße Sommer je 6000 zusätzliche Todesfälle gefordert.

Vor allem die innerstädtischen Bereiche sind laut den vorgelegten Temperaturkarten besonders betroffen. Daher muss München endlich die Notbremse ziehen: Wer den Klimanotstand ausruft und eine lebenswerte Zukunft in der Stadt nicht verspielen möchte, darf bei der Stadtplanung nicht auf ein „weiter so“ setzen. Daher sind alle in Entwicklung befindlichen Bebauungspläne sofort zu stoppen, bis die klimatischen Auswirkungen auf die Gesamtstadt geklärt sind. Die Gesundheit und Lebensqualität der Münchnerinnen und Münchner und der künftigen Generationen müssen Vorrang haben.

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Das Wachstum bringt München um. Der Bericht des DWD und RGU ist nur ein letzter Warnschuss. Wenn die Stadtratsmehrheit weiterhin auf massive Bebauung und Betonierung unserer Frischluftschneisen und Grünflächen setzt, wird schon bald in der Innenstadt im Hochsommer kein Leben mehr möglich sein, wie wir es heute kennen. Es reicht nicht, an den Symptomen der Überhitzung herumdoktern – wir brauchen einen grundlegenden Paradigmenwechsel.“ 

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