28. Januar // Trotz des illegalen Abrisses – Städtischer Auftrag für Uhrmacher-Häusl-Eigentümer?

Der illegale Abriss des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusls in Giesing hat tiefe Wunden in der Stadt hinterlassen. Jeden Monat kommen zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger zu Mahnwachen. Die Bürgerinitiative HeimatGiesing kämpft nach wie vor für den Wiederaufbau des ursprünglichen Gebäudes.

Das Signal das sie Richtung Stadt schicken, ist und war mehr als eindeutig – so ein respektloser Umgang mit der Münchner Stadtgeschichte darf sich nicht wiederholen. Die Landeshauptstadt München muss hart gegen die Verantwortlichen vorgehen. Doch heute berichten einige große Tageszeitungen, dass die städtische Wohnbaugesellschaft GEWOFAG dem Investor, gegen den wegen des illegalen Abrisses noch ein Gerichtsverfahren läuft, einen Großauftrag erteilt hat. Die Rohrreinigunsfirma des Eigentümers hätte sich um 35 000 Wohnungen kümmern sollen. Erst infolge des öffentlichen Drucks wurde der Vertrag aufgekündigt.

Die ÖDP-Stadtratsfraktion fordert mit ihrer heutigen Anfrage Aufklärung: Wussten die im Aufsichtsrat vertretenen Stadträte von dieser skandalträchtigen Vergabe? Wie können die Geschäftsführer der städtischen Wohnbaugesellschaft so unsensibel sein, einem Investor, dem wegen der Zerstörung eines so wichtigen Teils der Münchner Stadtgeschichte, der Prozess gemacht wird, auch noch Verträge zuzuschustern? Und warum gab es keine Einzelfallprüfung?

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer, planungspolitischer Sprecher: „Die geplante Vergabe eines städtischen Auftrags an den Uhrmacherhäusl-Investor ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht der Bürgerinnen und Bürger, die bei jedem Wetter ihre Zeit und Energie in Mahnwachen, Bürgerproteste und Initiativen stecken. Die nicht müde werden, auf den Wert unserer Zeitzeugnisse, alten Gebäude und gewachsenen Strukturen hinzuweisen. Der Abriss des Uhrmacherhäusls ist eine Straftat an unserer Stadt. Der jetzige, leichtfertige Umgang mit dem Investor eine Schande!“

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