27. Juli // Schluss mit Betonflut – München wird Vorreiter gegen Flächenfraß

Bayern ist wieder einmal Spitzenreiter – traurigerweise.  Nirgendwo sonst wurde in Deutschland so viel Fläche versiegelt, wie im Freistaat. 2017 kletterte der Flächenfraß auf einen Höchstwert von 11,7 Hektar pro Tag an. Aufs Jahr gesehen wurden 4300 Hektar freies Land in Baugrund für Straßen, Gewerbegebiete und Wohnklötze umgewandelt – ganz zum Leidwesen unserer Natur.

Die Landtags-Grünen wollen dies nicht mehr mittragen und haben einen Gesetzesentwurf zur Eindämmung der Betonflut eingebracht. Für die Flora und Fauna, für die Erholungsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und für die Landwirtschaft müssen ausreichend Flächen freigehalten werden, hieß es in der Begründung.

In der Opposition schützt sich die Umwelt wohl leichter, denn in der Landeshauptstadt München, wo die Grünen stärkste Kraft sind und an der Regierung beteiligt sind, ist solch ein Umdenken weit entfernt. Munter treiben sie völlig überdimensionierte Bauvorhaben im Münchner Stadtgebiet voran: SEM Nord und Nordost, Truderinger Acker, Eggarten, Freiham, Ludwigsfeld – die Liste hat kein Ende. Ganz im Gegensatz zu den Frischluftschneisen und Grünflächen.

Daher fordert die Fraktion ÖDP/FW heute in einem Antrag, die Landeshauptstadt München ein Konzept gegen den Flächenfraß entwickelt und dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegt. Für das Stadtklima wichtige Flächen sind dabei dauerhaft vor Versiegelung zu schützen. Für Stadtviertel mit Gartenstadtcharakter, denen aufgrund des bestehenden Baurechts (§34 BauGB) eine zunehmende Versiegelung droht, sind Bebauungspläne mit dem Ziel des Erhalts großer Grünflächen, aufzustellen.

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender:

„Die Luft wird eng in München. Die massive Nachverdichtung und die immer neuen Bauvorhaben gehen auf Kosten der Lebensqualität der Münchnerinnen und Münchner und der städtischen Umwelt. Ich hoffe sehr, dass sich die Stadtrats-Grünen wieder auf ihre Wurzeln besinnen und die ökologischen Werte auch in die Planungspolitik miteinbeziehen. München hat das Potenzial eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Betonflut einzunehmen – aber die Regierung muss das auch wollen.“

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