27. Januar // Bushaltestellen wirklich barrierefrei ausbauen

Die Landeshauptstadt muss es Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen so leicht wie möglich machen, sich sicher und eigenständig fortzubewegen. Unser großes Ziel ist es nämlich, dass der öffentliche Raum, die Verkehrsmittel, der Zugang zu Dienstleistungen, so viele Gebäude wie möglich und natürlich auch die Freizeitangebote barrierefrei gestaltet werden. Das heißt, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln laufen schon seit Langem Bemühungen, mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Zugang zu den U- und S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen so einfach wie möglich zu machen. Durch Niederflurfahrzeuge, Hublifte, und Klapprampen soll das Ein- und Aussteigen erleichtert werden, das Personal soll, wenn nötig unterstützen.

Für Menschen mit Sehbehinderung beziehungsweise eingeschränkter Sehkraft ist das Busfahren allerdings noch immer oftmals mit Schwierigkeiten verbunden. Anders als an den S- und U-Bahnen wird hier nämlich nicht angesagt, welcher Bus einfährt oder ob mit einer Verspätung, einem Ausfall oder einer veränderten Route gerechnet werden muss. Auf einer Anzeigetafel werden diese Informationen nur – wenig kontrastreich und teilweise als Schriftband durchlaufend – schriftlich mitgeteilt. Viele können diese Tafeln aber leider nicht lesen und nicht immer sind andere Fahrgäste anwesend, die aushelfen können.

Mit ihrem heutigen Antrag setzt sich die ÖDP-Stadtratsgruppe dafür ein, dass ein Pilotprojekt gestartet wird. An geeigneten Standorten sollen Bushaltestellen mit barrierefreien, dynamischen Fahrgastinformationstafeln ausgestattet werden, die per Knopfdruck Abfahrtszeiten und wichtige Informationen vorlesen können. Diese Text-to-Speech Funktion findet bei vielen Alltagsgeräten bereits Anwendung, um das tägliche Leben ein bisschen einfacher und komfortabler zu machen.

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer: „Neulich wurde ich an einer Bushaltestelle von einer Dame angesprochen, die gerade eine Augen-OP hinter sich hatte. Sie konnte die Anzeigetafel schlicht nicht entziffern und war völlig verunsichert. Das zeigt doch, dass gerade an Bushaltestellen noch Nachbesserungsbedarf besteht. München darf sich nicht auf dem ausruhen, was bisher erreicht wurde. Wir müssen gemeinsam immer wieder nach Möglichkeiten suchen, wie wir die Teilhabe am Alltag einfacher, komfortabler und sicherer machen können.“

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