23. Januar // Stadtklima effektiv schützen

München wird immer wärmer. 2018 lag die durchschnittliche Temperatur 2,2°C über dem langjährigen Mittel der 1960er bis 1990er Jahre. An 87 Tagen hatte es Temperaturen über 25°C, an 16 Tagen sogar über 30°C. Das sind weitaus mehr, als noch vor 30 bis 40 Jahren, als es im langjährigen Mittel noch knapp fünf sogenannte heiße Tage gab. Diese Entwicklungen zeigen deutlich: Die Klimaerwärmung hat Einzug gehalten in München.

Spätestens seit dem Ausruf des Klimanotstands muss nun die Bekämpfung des Klimawandels auch Einzug in die Stadtpolitik halten – und zwar bereits auf der Ebene der Bezirksausschüsse. Die ÖDP-Stadtratsgruppe fordert daher, dass in jedem der 25 Münchner Bezirksausschüsse eine/ein Klimabeauftragte/r benannt wird, um für die örtliche Bevölkerung einen direkten Ansprechpartner zu haben, der ihre Interessen optimal vertritt.

Johann Sauerer, ÖDP-Stadtrat, Mitglied im BA-22 sagt dazu: „Die Bezirksausschüsse in München stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bevölkerung, der Stadtverwaltung und dem Stadtrat dar. Die engagierten Mitglieder geben der Demokratie direkt vor Ort ein Gesicht. Darauf müssen wir im Klimanotstand aufbauen und die Bezirksausschüsse bitten, Klimabeauftragte zu berufen. Diese können niedrigschwellig über Maßnahmen gegen den Klimawandel informieren und bei Fragen beraten. Nur gemeinsam können wir unser Stadtklima schützen.“

Außerdem möchte die ÖDP-Stadtratsgruppe noch eine Ergänzung der Stadtklimaanalyse erwirken. 2014 hat die Landeshauptstadt München diese für das gesamte Stadtgebiet erstellen lassen. Bisher fehlen jedoch noch wichtige Informationen zu geplanten großen Baugebieten.

Im Münchner Westen plant die Stadtregierung in einem der wichtigsten und größten Kaltluftentstehungsgebiete der Stadt, den 2. Realisierungsabschnitt Freihams. Bisher liegt kein Gutachten vor, dass die Auswirkungen der im Wettbewerb beschlossenen, massiven Blockrandbebauung auf das Stadtklima, darstellt. Verantwortungsvolle Stadtplanung braucht aber genau solche Informationen, bevor die Bagger anrollen!

Johann Sauerer, planungspolitischer Sprecher: „Der Stadtrat darf in Zeiten des Klimanotstands keinem Bebauungsplan zustimmen, bei dem die negativen Folgen auf unser Stadtklima nicht absehbar sind. Wenn weiterhin mehr auf Profit und Schnelligkeit als auf Lebensqualität und Klimaschutz gesetzt wird, droht München zu überhitzen und ersticken.“

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