19. Februar // Klimaschutz in München: Große Klappe - nix dahinter?

Im Dezember 2019 hat die Mehrheit des Münchner Stadtrats den Klimanotstand ausgerufen. Endlich hat der Stadtrat mehrheitlich dem Druck von Umweltverbänden und engagierten Bürgerinnen und Bürger nachgegeben. Uns wurde in Aussicht gestellt, dass dem Schutz unserer Umwelt und des Klimas ein höherer Stellenwert eingeräumt werden wird. Ein wichtiger, aber auch überfälliger Schritt, wenn man die besorgniserregenden Klimaentwicklungen überall auf der Welt bedenkt.

Was dieser Beschluss wert ist, zeigt sich aber in der Tagespolitik. Die Stadtrats-CSU hatte in Zeiten des Klimawandels doch ernsthaft gefordert, dass Heizpilze in Freischankflächen auch im Winter Energie verschwenden dürfen, wenn sie dafür nur Ökostrom verwenden. Aber welcher Ökostrom ist überhaupt gemeint? 98 Prozent des Münchner Stroms werden nach wie vor fossil erzeugt. Das nahm die ÖDP-Stadtratsgruppe zum Anlass, in einem Änderungsantrag ein generelles Verbot von Heizpilzen zu fordern.

Das Referat für Umwelt und Gesundheit hat in der Beschlussvorlage schlüssig dargelegt, wie schlecht Heizpilze für das Klima sind. Experten schätzen, dass ein einziger Heizpilz im Jahr etwa vier Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstößt – so viel wie ein ganzes Niedrigenergiehaus.
Brisant ist nun aber, dass der Änderungsantrag der ÖDP nur die Linke überzeugen konnte. Die anderen Parteien, die sich sonst gerne einen klimafreundlichen Anstrich geben, lehnten frei nach dem Motto „Das haben wir schon so gemacht“, ab. Sogar die Grünen haben sich für Heizpilze ausgesprochen!

ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff:

„Klimaschutz auf dem Papier bringt uns nicht weiter. Wenn die großen Parteien es noch nicht einmal schaffen, Heizpilze aus den Freischankflächen zu verbannen, wird deutlich, wie wenig ihnen der Klimanotstand bedeutet. Wenn sie sagen, dass es in Ordnung wäre Ökostrom zu verschwenden, ist das als würde man es gutheißen, dass Biolebensmittel weggeworfen werden. Die sind ja schließlich auch nachhaltig produziert.“

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