15. September // Wie "recovered" ist München - Teure Werbekampagne, nix dahinter?

Die Corona-Pandemie hat die Stadtpolitik fest im Griff: Offene Stellen in den Referaten dürfen nicht mehr besetzt werden, wichtige Projekte liegen vorerst auf Eis. Vor dem Hintergrund der einbrechenden Steuereinnahmen und der drohenden Wirtschaftskrise muss um jeden Cent muss gefeilscht werden – eigentlich.

Dem Referat für Arbeit und Wirtschaft wurde nämlich im Juli ein zusätzliches Werbebudget in Millionenhöhe genehmigt. Ziel dieser Maßnahmen war es „durch werbliche Maßnahmen eine akute Wiederbelebung des touristischen Aufkommens zu erwirken“. Trotzdem berichten Gaststätten, Hoteliers und Veranstalter einhellig, dass die ländlichen Regionen vom „Urlaub daheim“-Sommer stark profitieren, während die meisten Touristen München und andere Großstädte nach wie vor meiden.

Ist München etwa auf einmal out? Natürlich nicht. Auch das Referat für Arbeit und Wirtschaft weiß, dass viele Touristen München meiden, weil die Ansteckungsgefahr in Großstädten meist höher eingeschätzt wird und Reisemöglichkeiten und -Anlässe, wie Messen und Veranstaltungen weggefallen sind.

Ob nette, kleine, sündhaft teure Werbespots aber wirklich helfen, diese Angst abzubauen ist fraglich. Die Fraktion ÖDP/FW fordert nun Aufklärung: Wofür wurden die öffentlichen Gelder wirklich ausgegeben – und welchen Effekt konnte die Stadt so erzielen?

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „München muss alles daransetzen, verlorengegangenes Vertrauen wiederaufzubauen. Bilder von der überfüllten Isar oder dem Gärtnerplatz tragen dazu sicher nicht bei. Gut gemeinte Werbekampagnen aber auch nicht unbedingt. Keinen Niederbayern zieht es nach München, bloß weil er einen zünftigen Radiospot gehört hat.  Wichtiger ist es daher, Besuchermagnete, wie Veranstaltungen, Christkindlmärkte oder das Winter-Tollwood stattfinden zu lassen, wenn sie mit guten Hygienekonzepten punkten können“

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