13. Januar 2021 // Konsequenter Baumschutz – Handeln statt Versprechen

Die Fraktion ÖDP/FW im Münchner Stadtrat fordert die Landeshauptstadt München auf, endlich einen Fonds einzurichten, um Bäume bei Bauvorhaben vor der Fällung zu retten. Außerdem soll sie offenlegen, wie sich die Genehmigungen von Baumfällungen in den letzten Jahren entwickelt haben.

 Vor einem guten Jahr hat die Mehrheit des Münchner Stadtrats den Klimanotstand ausgerufen. Bahnbrechende Beschlüsse und Reformen blieben seitens der Rathausregierung aber aus. Auch der Baumschutz findet bisher nur auf dem (hoffentlich Recycling-) Papier statt.

Ein einzelner, ausgewachsener Baum hat so viele Bewohner wie eine kleine bis mittelgroße Stadt Einwohner. Ohne die Bäume wäre München grauer, heißer, lauter und staubiger. Neben den vielen positiven Umwelt- und Klimaauswirkungen haben Bäume zusätzlich einen nicht zu unterschätzenden ökonomischen und sozialen Nutzen. Sie dienen als temporärer Wasserspeicher, entlasten die Kanalisation und erhöhen die Wohnqualität.

Daher fordert die Fraktion ÖDP/FW die Verantwortlichen auf, den Worten und Versprechen endlich Taten folgen zu lassen. Ein wichtiger Schritt wäre es, einen Entschädigungsfonds einzurichten, damit das Baurecht abgelöst und schützenswerter Baumbestand erhalten werden kann. Außerdem soll die Stadt offenlegen, wie sich die Baumfällgenehmigungen entwickelt haben.

Wie jeden Frühling nutzen derzeit viele Bauträger noch die Ruhephase der Natur, um Bäume zu fällen. Beispielsweise müssen in den nächsten Wochen in der Nähe des Großmarkts nur wegen einer provisorischen Fahrspur 14 Bäume weichen, weil keine alternativen Fahr-Umleitungen für die Dauer der Bauphase geprüft wurden. Weitere absurde Baumfällpläne findet man im Prinz-Eugen-Park, am Würmkanal oder in typischen Münchner Innenhöfen etwa in Schwabing und Haidhausen.

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Mehrere Fraktionen im Münchner Stadtrat haben sich in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, das Baumrecht zu stärken. Trotzdem werden in München derzeit zahlreiche nicht zwingend nötige Baumfällungen genehmigt und durchgeführt. Wenn ein Baum erst einmal gefällt ist, dauert es viele Jahre, bis seine klimatische und ökologische Funktion von den Nachpflanzungen wirklich kompensiert werden können. Wir müssen schnellstens handeln – schließlich sind die Bäume in unserer Stadt auch in den Herzen der Münchnerinnen und Münchner fest verwurzelt.“

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