13. Februar // Tiere sind keine Ware - Verkauf von Kleintieren in Gartencentern stoppen

Erde, Blumen, Töpfe, Dünger – und dann noch ein Goldhamster? Noch immer werden in vielen Gartencentern Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel, Fische und Co. verkauft. Das Geschäft boomt, schließlich werden Haustiere immer beliebter. In deutschen Haushalten lebten im Jahr 2018 rund 34,4 Millionen Haustiere unterschiedlichster Arten.

Leider werden immer noch viele Tiere in Gartencentern gekauft. Dort können die Tiere nicht artgerecht untergebracht werden. Sie werden den ganzen Tag über mit Musik berieselt, mit künstlichem Licht bestrahlt und ständig geht Kundschaft an ihren oftmals viel zu kleinen Gehegen vorbei. Freilauf und Rückzugsorte – meist Fehlanzeige.

Viele Kleintiere sind jedoch Fluchttiere, die ausgesprochen sensibel auf Lärm und Stress reagieren. Auf engem Raum sind sie oft auch anfällig für Krankheiten. Bei manchen Tierarten führt diese Belastung sogar zu Kannibalismus. Apathisch wirkende Kaninchen, tote Ratten und skelettierte Fische sind in den Gehegen und Aquarien darum leider keine Seltenheit.

Der Bundesverband für fachgerechten Natur- Tier- und Artenschutz e. V. hat außerdem kritisiert, dass Mitarbeiter von Gartencentern teilweise nur ungenügend geschult werden, um Kunden über die Bedürfnisse und Ansprüche von Heimtieren zu informieren. Ohne fundierte Kenntnisse kann aber eine art-, bedarfs- und verhaltensgerechte Ernährung, Unterbringung und Pflege nicht gewährleistet werden.

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer:
 Ich war schockiert und entsetzt, als ich zu Recherche-Zwecken verschiedene Zooabteilungen von Gartencentern besucht habe. Wir haben tote Fische und Ratten, umgeworfene Näpfe und Schutzhäuschen in den Kaninchen Gehegen, Tiere mit entzündeten Augen und offensichtlichen Atembeschwerden vorgefunden. Viele Betriebe machen Profit auf Kosten der Tiere – und das mitten in München. Die Weltstadt mit Herz darf sich das nicht mehr leisten!

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