10. Februar // Warum hat München (noch) kein Herz für Wildtiere?

Unterernährte Igel, die ohne fremde Hilfe nicht durch den Winter kommen würden, Krähen mit verletzten Flügeln, geschwächte Eichhörnchen – im Tierheim München kommen längst nicht nur Hunde, Katzen und Zwergkaninchen unter. 2018 wurden 3.069 unterernährte oder verletzte Wildtiere im Tierheim München versorgt, die ohne Hilfe wohl qualvoll gestorben wären.

Der Lebensraum für Wildtiere in München wird immer knapper. Durch das massive Insektensterben wird ihnen die Nahrungsquelle entzogen. Durch Nachverdichtungs- und Baumaßnahmen werden die Grünflächen, Hecken und Bäume immer weniger. Die Tiere verlieren ihre Heimat.

Nur dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer und den Spenden vieler Tierfreunde ist es zu verdanken, dass der Tierschutzverein die Wildtiere pflegen, aufpäppeln und meist wieder auswildern kann. Von der Landeshauptstadt München bekommt der Verein keine Unterstützung. Die Versorgung der Wildtiere ist nämlich keine kommunale Pflichtaufgabe und freiwillig möchte sich die Stadt für die städtische Fauna nicht stark machen.

Die ÖDP-Stadtratsgruppe fordert, dass die Landeshauptstadt München endlich auch ein Herz für Wildtiere beweist und dem Tierschutzverein die benötigten Mittel zur Verfügung stellt, um verletzte oder unterernährte Wildtiere zu versorgen und bis zu ihrer Auswilderung angemessen unterzubringen können.

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer:

„Die Landeshauptstadt München mag keine rechtliche Pflicht haben, den Tierschutzverein bei der Versorgung der Wildtiere zu unterstützen – sehr wohl hat sie aber eine moralische! Niemand, der aktiv die Lebensumstände der städtischen Fauna verschlechtert, braucht sich wundern, dass wir viele unterernährte und verletzte Wildtiere haben, die unsere Hilfe brauchen. Die Landeshauptstadt München darf diese Hilfe nicht auf Ehrenamtliche abwälzen, sondern muss die benötigten Mittel in den Haushalt einstellen.“

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